entscheiden hätte können. (Schnipsel eines Abends)

zerfetzt Bananenkästen
wenn der nicht gekifft hat
das ist so’n
Mensch-Ärger-Dich-Nicht.
Warum kann man sich
das so gut vorstellen?

du bist nicht mehr so
heruntergekommen
ist eigentlich
Anwesenheitspflicht?
ich hatte so Panik davor

Setzen Sie sich mal
bevor wir das machen.
Viele Sachen gehen nicht.
Jeder Depp
mit Kreditkarte
hält im Verleih
3-4 Monate

ist das nicht eh gespeichert?
mein Gesicht ist schief
halt’ den Seitenfick
nach oben.
ich bin unlustig,
ich sag’ sowas nicht.

(05.07.19 23:21)

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Ebbe

ich bin im Schaum
schlafen geblieben
graues Gestirn
blassbunte Zähne

wo bin ich? kalt
verirrte Glätte
ein leerer Raum
so viele Räume

Gedankenknotenlose
ziehen
das ist Betrug
schneidige Stimmen

ultramarin
Poren aus Stickstoff
das Spiel mit Tod ist
Spiel mit Heilung.

(26.06.19 01:43 )

hör auf zu verschwinden
das tut weh
du schneidest
in mein Zwerchfell
jede Sekunde

zu wörtlich
dieses Gedicht
ich kann mich heute nicht verstecken

nimm deinen Mantel ab
und diesen auch
und den darunter
und auch den
bis nur noch Blut gefriert
keine Haut mehr
zum Aufknibbeln

direkt sein als
Konfrontationstherapie
oder Selbstzerstörungsmittel
laufe ich dir davon,
Affektsystem?

meine Sinne sind tot
Überraschung!
alles ist Sinn und
das erstickt mich

(11.02.2019 22:55)

Design

Liebe Leute,

ich studiere Kommunikationsdesign und habe beschlossen, mir eine Homepage einzurichten, wo ich meine Arbeiten rein stellen möchte. Noch ist nicht allzu viel drauf aber das wird sich hoffentlich mit der Zeit ändern. Wenn jemand mit Gestaltung was anfangen kann und mir auch da folgen möchte, hier ist der Link:

http://www.yuliyakdesign.wordpress.com

Alles Liebe :)

Yuliya

Körpergedanken

Ich habe mir in letzter Zeit viele Gedanken zu meinem Körpergefühl gemacht. Es ist aus vielen persönlichen Gründen schwierig, aber ich möchte mit euch teilen, was mir auf dem Weg zu mehr Achtsamkeit hilft. Ich bin weder über- noch untergewichtig, habe wahrscheinlich eine „normale“ Figur mit Tendenz zu ein wenig Fülligkeit und auch keine Essstörung, aber trotzdem kann ich mich selbst nicht sehen, da ist sehr viel Ekel. Wenn ich sage, dass ich keine Essstörung habe, heißt das nicht, dass ich was das Thema angeht mit mir im Reinen bin. Ich habe auch oft Essen als psychische Kompensation benutzt, zu süß und zu fettig gegessen, hatte Angst vor den Konsequenzen aber aus vielen Gründen nie den Mut und die Kraft, daran etwas zu ändern und mich mit dem Thema wirklich zu befassen. Inzwischen habe ich für mich Wege gefunden, gesünder zu essen und mich damit wohl zu fühlen und mir trotzdem nichts zu verbieten. Das Entscheidende für mich ist, nach und nach von dem jahrelang antrainierten „bis der Teller leer ist“ oder „ich bin voll“ also nach dem Kopf, zu einem vom Körpergefühl geleiteten Essverhalten zu kommen. Ich bin da immer noch am Anfang des Weges und arbeite dran, aber ich bin froh, den Unterschied zwischen „voll“ und „satt“ erkannt zu haben und mir nicht mehr oft was rein zu stopfen, was mir schwer im Magen liegt oder wovon mir schlecht wird, wie zu viele Süßigkeiten. 

    Insgesamt bin ich gerade dabei, mehr Achtsamkeit zu lernen und für meine echten Bedürfnisse und Gefühle Platz zu schaffen. Ich höre auf, mit meinen Gedanken nach „richtig“ und „falsch“ zu suchen und kognitiv geleitete Regeln zu erstellen sondern schaffe mir stattdessen Raum zum Leben. Ich merke immer mehr, dass von innen heraus alle Botschaften kommen, die wichtig sind, wenn ich es zulasse. Nicht nur auf Essen bezogen sondern auf alles was ich im Leben tue und lasse.

    Ein Thema, mit dem ich mich immer sehr schwer getan habe und, bis heute schwer tue, ist Weiblichkeit und Sexualität. Für mich war das immer mit viel Scham- und Schuldgefühl verbunden und vor allem mit Schweigen. Gerade versuche ich mich der Frage zuzuwenden: Was bedeutet es für mich, eine Frau zu sein? Wenn ich alle Stereotypen beiseite schiebe, ist mein Kopf leer. Zweifellos ein zum Mann gleichwertiges Wesen. Und doch ist bis heute das in den Medien propagierte Schönheitsideal das Ergebnis einer narzisstischen Kränkung, die fort und fort und fort besteht und so viele Menschen aufs Neue verletzt. Ich habe das Gefühl, dass dieses kurvenlose Ideal nicht nur ein Ergebnis von schneller, fitter, dünner (aus industriellen Gründen der Kleiderbranche), sondern auch von einer unbewussten Verunsicherung der Frauenrolle an sich. Uns fehlt die Würdigung des Weichen, Weiblichen, Sanften. Wir müssen nicht beweisen, dass wir genauso hart und stark wie Männer (vermeintlich) sind, denn wir sind keine Männer. Was uns nicht schwächer macht und kein bisschen weniger wert. Ich habe keine Ahnung, was für mich heute Weiblichkeit bedeutet, dazu habe ich mich zu wenig damit beschäftigt und bin am Anfang dieses Weges. Aber ich finde es wichtig, da eine Abgrenzung zu finden und dabei stets zu wissen, dass nichts, was jemand ist, mehr oder weniger eine Daseinsberechtigung hat. Wir sind hier. Das ist genug. Wir müssen nicht jemand anderes sein.

    Ein lieber Mensch erinnerte mich daran, dass eine Frau auf ganz natürliche Weise zunimmt und an Kurven gewinnt, wenn sie ins geburtsfähige Alter kommt. Schließlich muss was an Vorrat da sein, wenn sich ein zweites Wesen in ihrem Inneren entwickelt. Seitdem versuche ich auch das Fett in meinem Körper mit mehr Akzeptanz zu sehen. Es hat alles seine Berechtigung. Es hat alles seinen Sinn. Und es ist nicht „böse“ und macht niemanden hässlich oder eklig. Es muss sehr schmerzhaft sein, so viel davon anzusammeln, dass es der Gesundheit schadet, aber auch das hat seinen Sinn, wenn es (bisher) keinen anderen Weg gegeben hat. Jeder Mensch ist unterschiedlich und hat andere Mechanismen mit denen er die Welt bestreitet aber nichts davon macht uns „böse“ oder „schlecht“. Es ist, wie es ist. Ich finde das einen beruhigenden Satz. Ich bin, wie ich bin. Auch wenn ich das noch nicht so neutral fühlen kann. Es hilft, sich für die Möglichkeit auch nur zu öffnen, vielleicht doch einfach okay zu sein.

    (06.01.18)