Erste kleine Veröffentlichung!

Liebe Leute,

eines meiner Gedichte wird in der 15. Ausgabe der Literareon Lyrik-Bibliothek des Utz Verlags enthalten sein! Da freue ich mich sehr drüber und hatte da gar nicht mit gerechnet aber vor ein paar Tagen kam der Brief. Ich hatte schon ganz vergessen, dass ich da was eingeschickt hatte :D Das Buch kommt im November/Dezember raus.

Ich hoffe, euch geht es allen gut!

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poröse Vorhänge
sie schreiben Furchen, laut
aufs Pergament der Zeit
ein Denkmal auf uns

weich
mal trocken, fleckig
zu ehrlich, dünn, verbraucht
dokumentiertes Leid

Spuren der Tage
verewigt und zerfallend
sie hängen mir
wie Schatten im Gesicht

ich suche Halt
Stunden verbiegen sich
mir aus dem Weg

erbarmungslos,
fast hämisch lachend
schleicht irre Welt um mich herum

das Metrum Zeit – Grenzen des Atmens
und zwischen Zügen
Bitte

doch eines schönen Tages
mich nicht in Scham
vor deiner schwarzen Ruhe zu erschrecken
lieber Tod.

(10.07.17 19:31)

ich bin der Schlaf in Person
ein Zittern in Beton
irgendwo sticht etwas

ich will jemanden berühren
mit einer Wimper
einer Hautschuppe
einem Atemzug

du verschwimmst in mir
grau kalt unscharf warm kalt
ich will deine Finger spüren
prüfen, ob es wirklich deine sind

ich bin doch nur ein Traum
irgendwann reichen meine Worte
bis zu dir
und du wachst auf

(21.03.17 00:26)

dein warmer Abdruck
feine Spuren meiner Haut
Kristallglas
feucht vom Regen
deiner Worte

zaghaftes Schütteln
meiner Eierschale
glühend weich und schwarz
wie Rauch
mit zu viel Sauerstoff genährt

zu still in mir
sitzt diese Zeit
liegen die Tage
wohin mit deinem Blick?
ich weiß es nicht

(17.03.17 2:38)

kein Schmerz, der nähren könnte
ich regungslos
dein Ende schmiegt sich
selig grau und bebend
an meine Gänsehaut

steinerne Empathie
Pupillen
Scherze
Gesten
du lässt nicht los.

unzählbar
bleiben deine Tode
wie Blut
das immer wieder
plötzlich von der Decke tropft.

(12.12.16 20:52)

Liebster Blog Award

Liebe Leser :)

Ich wurde nun zum ersten Mal zum Liebster-Blog-Award nominiert. Einen herzlichen Dank dafür an Simone! Ich freue mich riesig darüber!

Jetzt zu den Fragen (ich warne schon mal: irgendwie ist mir ziemlich viel eingefallen):

1 Was hat dein allererster Kindheitsberufswunsch noch mit deinem jetzigen Leben zu tun?

Soweit ich mich erinnern kann wusste ich eigentlich schon immer, dass ich irgendetwas kreatives machen möchte, habe gern gezeichnet. Da meine Mutter Mediengestalterin ist kannte ich den Grafiker-Beruf und vor 2 Jahren habe ich ein Kommunikationsdesign-Studium angefangen und bin immer noch der Meinung, dass das beruflich das Richtige für mich ist.

2 Woraus entstand deine Idee, einen Blog ins Leben zu rufen?

Ich habe mit etwa 16 Jahren (heute bin ich 21) mein erstes Gedicht und meine erste Kurzgeschichte geschrieben und es lange nur für mich gemacht, ab und zu mal Freunden was gezeigt. Einige wenige Male stand ich auch auf der Bühne und habe Gedichte oder Kurzgeschichten vorgetragen und festgestellt, dass es tatsächlich Menschen gibt, die einen Zugang dazu finden. Irgendwann kam dann aus einer seltsamen Laune heraus der Impuls, den Blog zu erstellen, nachdem der Gedanke ein Weilchen im Hintergrund meines Kopfes herumgeschwirrt war und ich bin ihm gefolgt.

3 In welcher Situation hast du die besten Ideen?

Wenn ich am wenigsten damit rechne, wie das Klischee besagt unter der Dusche oder wenn ich es schaffe, mich intensiv mit einem Thema zu befassen, darin zu versinken und frei rumzuspinnen. Oft finde ich das was mir in so einem Gedankenflusswirrwarr einfällt im Nachhinein ziemlich bescheuert und sinnlos, aber das sind eigentlich die besten Ansätze für aufbauende, klare Überlegungen.

4 Wie müssen die Umstände sein, unter denen du am besten schreiben kannst?

Ich muss auf jeden Fall alleine sein, am ehesten in meiner Wohnung und ohne Zeitdruck (wobei auch manchmal in gruselig kurzen Zeitstückchen spontan Schönes passieren kann), und es sollte still sein oder Musik spielen, die nicht so komplex oder dicht gestrickt ist dass sie mich völlig einnimmt. Ich brauche kurz gesagt Umstände, die mir ein Versinken in meine innere Gedanken-, Gefühls- und Bilderwelt ermöglichen.

5 Über welche noch so kleine Begebenheit hast du dich heute gefreut?

Ich bin erst seit 2 einhalb Stunden wach, deshalb ist noch nicht allzu viel passiert … Besuche gerade meine Eltern und ich fand es schön, mich mit meiner Mutter zu unterhalten, während sie in einer fröhlichen Aufgewecktheit von Zimmer zu Zimmer huschte.

6 Was ist Inspiration?

Inspiration kann alles Mögliche sein. Eine interessante Komposition in einem Bild in einer Ausstellung; oder die Ungezwungenheit einer kindlichen Zeichnung, die einen daran erinnert, dass das Unbedachteste, Spontanste das Wunderbarste sein kann; irgendwelche Geräusche, die man auf der Straße aufschnappt, die der Kopf seltsamerweise in einem Ohrwurm in ein Musikstück integriert; ein Theaterstück, das Gefühle antastet, die man vergeblich versucht zu fassen zu bekommen; der Geruch eines geliebten Menschen, der Schal eines geliebten Menschen, das Lachen eines Fremden, ich könnte ewig so weitermachen … Zusammengefasst wären es wohl alle spontanen Zusammenstöße, die man im Leben so antrifft, die auf spielerische Weise zum Weiterdenken und Tun anregen (wenn man sie denn lässt), und besonders viel davon finde ich persönlich in allem was auf welche Weise auch immer aus einem künstlerischen Gefühl heraus entstanden ist. Oder aus Gedankensuchen. Aber eigentlich ist die ganze Welt voll davon. Das hab ich beim Fotografieren gemerkt. Wenn man will, findet man in jeder kleinsten Ecke des langweiligsten Ortes etwas, was sich festzuhalten lohnt und Emotionen weckt, sei es auch eine durch die Bildkomposition geschaffene abstrakte Verfremdung genau der Ecke, die eigentlich nur eine Wandkante ist. Mit Worten geht das auch: Wenn man mit einem Wort spielt, es auf den Kopf stellt, es so lange sagt bis es seine Bedeutung ändert, passiert auch etwas. Immer passiert etwas. Ist das nicht wunderbar?

7 Dein Lieblingsort?

Ich habe eigentlich keinen bestimmten Lieblingsort, aber wohin ich immer sehr gerne wiederkomme, was mir Energie gibt, ist das Rheinufer in Düsseldorf, daran habe ich viele Erinnerungen von bedeutsamen Gesprächen und Gedanken und Musik. Ich meine auch nicht den Teil vor der Altstadt, sondern die andere Rheinseite, wenn da keine oder kaum Menschen unterwegs sind. Ich mag den Geruch, das Wasser ist beruhigend und was mir am meisten Kraft gibt ist wohl der freie Raum um mich herum, da kann man sehr viel Himmel sehen. Und eine Weile geradeaus laufen, ohne dass die Sicht wieder versperrt wird.

8 Welches Thema hat dich schonmal mehr als ein Jahr beschäftigt?

Das ist etwas sehr Privates, was ich nicht so direkt öffentlich schreiben möchte. Wenn du es trotzdem wissen möchtest, kannst du mich nochmal persönlich anschreiben. Sagen wir einfach Vergangenheit und Gegenwart.

9 Was haben Verzicht und Freiheit miteinander zu tun?

Ich denke da als erstes an die Freiheit der Wahl, der Entscheidung. Wir in den weit entwickelten Ländern haben die Wahl, beispielsweise auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Wo das Wasser knapp ist, muss das genommen werden was da ist, auch wenn es vielleicht unrein ist und der Gesundheit schadet. Aber auch im Zwischenmenschlichen haben diese Begriffe eine enge Verbindung. Wenn man sich die Freiheit behält, auf seine Bedürfnisse zu hören, schafft man es, auf schädliche Beziehungen zu verzichten und für sich zu sorgen. Wenn man sich nicht frei sondern abhängig fühlt, glaubt jemandem etwas schuldig zu sein, gerät man leicht in Verhaltensmuster, auf die man besser verzichtet hätte.

10 Was würdest du jetzt lieber tun, als diese Fragen zu beantworten?

Eigentlich macht es mir sogar Spaß, diese Fragen zu beantworten, da will jemand Fremdes wissen was ich denke, das ist schön und ein bisschen spannend :) Ich hab eher etwas Angst, dass ich zu viel schreibe. Und ich glaube, anstrengender wird es sein, mir neue Fragen auszudenken.

11 Morgenmensch oder Nachtmensch?

Nachtmensch. Ich mag es zwar auch, morgens wach zu sein, der Anfang des Tages fühlt sich schön und manchmal einen Funken belebend an, aber ich neige eher dazu länger wach zu bleiben und lange zu schlafen. Aufstehen ist nicht meine Stärke.

Die Regel war ja, nur Blogger mit weniger als 200 Followern zu nominieren, aber da ich keine Ahnung hab wo man das nachgucken kann, sind vielleicht auch ein paar mehr dabei und wenn es nach mir geht, könnt ihr wenn ihr mögt die Fragen trotzdem gern beantworten :).

Ich nominiere:

Alexander

Disputnik

Pauline(s)

Roxie

Alphabetismus

Ich würde mich freuen, euch ein bisschen kennen zu lernen, würde es aber auch verstehen, wenn ihr keine Lust habt auf die vielen Fragen.

  1. Wie kamst du zum Schreiben?
  2. Bevorzugst du eine Art des Schreibens (Lyrik, Prosa, freie Gedanken etc.) und wenn ja, wieso?
  3. Hast du ein Lieblingswort?
  4. Welche 3 Lieder oder Musikstücke hörst du zurzeit am liebsten?
  5. Hast du mal selbst Musik gemacht oder machst du Musik?
  6. Welches Buch hat dich besonders inspiriert?
  7. Was magst du am Tag, was an der Nacht?
  8. Was für einen Blick hast du, schaust du Menschen viel in die Augen?
  9. Das Erste was dir einfällt, wenn ich frage: Was ist das Schönste, was du je gesehen hast?
  10. Was würdest du dir selbst gerne mitteilen?
  11. Wie schwer wiegt das Leben?

Viel Spaß damit!

Dampf der letzten Wochen
Schwindelwesen
still und stumm
strecken ihre weißen Hälse
aus den Wänden
sie sehen mich nicht

berauscht mich
leise und unmerkbar laut
es reicht doch schon
wenn ich nicht verantwortlich bin
es reicht doch schon
wenn ich mich nicht bewegen muss

der Boden Einbildung
Laminatfensterscheibe
ich bin unnatürlich
wie ich einfach drüber laufe

es reicht doch schon
wenn ich fallen darf

(12.10.16 15:37)