Design

Liebe Leute,

ich studiere Kommunikationsdesign und habe beschlossen, mir eine Homepage einzurichten, wo ich meine Arbeiten rein stellen möchte. Noch ist nicht allzu viel drauf aber das wird sich hoffentlich mit der Zeit ändern. Wenn jemand mit Gestaltung was anfangen kann und mir auch da folgen möchte, hier ist der Link:

http://www.yuliyakdesign.wordpress.com

Alles Liebe :)

Yuliya

Advertisements

Körpergedanken

Ich habe mir in letzter Zeit viele Gedanken zu meinem Körpergefühl gemacht. Es ist aus vielen persönlichen Gründen schwierig, aber ich möchte mit euch teilen, was mir auf dem Weg zu mehr Achtsamkeit hilft. Ich bin weder über- noch untergewichtig, habe wahrscheinlich eine „normale“ Figur mit Tendenz zu ein wenig Fülligkeit und auch keine Essstörung, aber trotzdem kann ich mich selbst nicht sehen, da ist sehr viel Ekel. Wenn ich sage, dass ich keine Essstörung habe, heißt das nicht, dass ich was das Thema angeht mit mir im Reinen bin. Ich habe auch oft Essen als psychische Kompensation benutzt, zu süß und zu fettig gegessen, hatte Angst vor den Konsequenzen aber aus vielen Gründen nie den Mut und die Kraft, daran etwas zu ändern und mich mit dem Thema wirklich zu befassen. Inzwischen habe ich für mich Wege gefunden, gesünder zu essen und mich damit wohl zu fühlen und mir trotzdem nichts zu verbieten. Das Entscheidende für mich ist, nach und nach von dem jahrelang antrainierten „bis der Teller leer ist“ oder „ich bin voll“ also nach dem Kopf, zu einem vom Körpergefühl geleiteten Essverhalten zu kommen. Ich bin da immer noch am Anfang des Weges und arbeite dran, aber ich bin froh, den Unterschied zwischen „voll“ und „satt“ erkannt zu haben und mir nicht mehr oft was rein zu stopfen, was mir schwer im Magen liegt oder wovon mir schlecht wird, wie zu viele Süßigkeiten. 

    Insgesamt bin ich gerade dabei, mehr Achtsamkeit zu lernen und für meine echten Bedürfnisse und Gefühle Platz zu schaffen. Ich höre auf, mit meinen Gedanken nach „richtig“ und „falsch“ zu suchen und kognitiv geleitete Regeln zu erstellen sondern schaffe mir stattdessen Raum zum Leben. Ich merke immer mehr, dass von innen heraus alle Botschaften kommen, die wichtig sind, wenn ich es zulasse. Nicht nur auf Essen bezogen sondern auf alles was ich im Leben tue und lasse.

    Ein Thema, mit dem ich mich immer sehr schwer getan habe und, bis heute schwer tue, ist Weiblichkeit und Sexualität. Für mich war das immer mit viel Scham- und Schuldgefühl verbunden und vor allem mit Schweigen. Gerade versuche ich mich der Frage zuzuwenden: Was bedeutet es für mich, eine Frau zu sein? Wenn ich alle Stereotypen beiseite schiebe, ist mein Kopf leer. Zweifellos ein zum Mann gleichwertiges Wesen. Und doch ist bis heute das in den Medien propagierte Schönheitsideal das Ergebnis einer narzisstischen Kränkung, die fort und fort und fort besteht und so viele Menschen aufs Neue verletzt. Ich habe das Gefühl, dass dieses kurvenlose Ideal nicht nur ein Ergebnis von schneller, fitter, dünner (aus industriellen Gründen der Kleiderbranche), sondern auch von einer unbewussten Verunsicherung der Frauenrolle an sich. Uns fehlt die Würdigung des Weichen, Weiblichen, Sanften. Wir müssen nicht beweisen, dass wir genauso hart und stark wie Männer (vermeintlich) sind, denn wir sind keine Männer. Was uns nicht schwächer macht und kein bisschen weniger wert. Ich habe keine Ahnung, was für mich heute Weiblichkeit bedeutet, dazu habe ich mich zu wenig damit beschäftigt und bin am Anfang dieses Weges. Aber ich finde es wichtig, da eine Abgrenzung zu finden und dabei stets zu wissen, dass nichts, was jemand ist, mehr oder weniger eine Daseinsberechtigung hat. Wir sind hier. Das ist genug. Wir müssen nicht jemand anderes sein.

    Ein lieber Mensch erinnerte mich daran, dass eine Frau auf ganz natürliche Weise zunimmt und an Kurven gewinnt, wenn sie ins geburtsfähige Alter kommt. Schließlich muss was an Vorrat da sein, wenn sich ein zweites Wesen in ihrem Inneren entwickelt. Seitdem versuche ich auch das Fett in meinem Körper mit mehr Akzeptanz zu sehen. Es hat alles seine Berechtigung. Es hat alles seinen Sinn. Und es ist nicht „böse“ und macht niemanden hässlich oder eklig. Es muss sehr schmerzhaft sein, so viel davon anzusammeln, dass es der Gesundheit schadet, aber auch das hat seinen Sinn, wenn es (bisher) keinen anderen Weg gegeben hat. Jeder Mensch ist unterschiedlich und hat andere Mechanismen mit denen er die Welt bestreitet aber nichts davon macht uns „böse“ oder „schlecht“. Es ist, wie es ist. Ich finde das einen beruhigenden Satz. Ich bin, wie ich bin. Auch wenn ich das noch nicht so neutral fühlen kann. Es hilft, sich für die Möglichkeit auch nur zu öffnen, vielleicht doch einfach okay zu sein.

    (06.01.18)

    Fischfutter oder Futterfische

    Zeilen schwimmen
    poröse Wände hoch
    sie rutschen ab
    Jahrhunderte zerfallen
    es ist zu trocken hier

    ein Schwindel aus Spinnennetzen
    Augen auf im Wasser
    atmen
    atmen
    dann ist die Spinne weg
    nur dann ist die Spinne weg
    verzieht sich in ihren Schrank
    und wir stellen uns vor
    sie hätte sich in Luft aufgelöst

    atmen
    der Tremor wie ein Tumor
    bösartig und wachsend
    erbarmungslos

    ich baue mir ein Aquarium
    ohne Anfang und Ende
    und niemand hat Zutritt
    Grenzen bedeuten mir nichts mehr

    (17.11.2017 23:21)

    Psst.

    Kribbeln von den Zähnen über den Herzmuskel bis zu den Fingerspitzen. Alles unerträglich, außer die kalte Ästhetik. Das Schöne, Gute, darin Fünkchen von Emotionen. Hart genug, dass es nur kleine Ansätze von Schrammen hinterlässt. Das könnte aushaltbar sein. Ein Wiegen in Glocken, Stimmenfäden und Schlägen, Schnitten. Immer wieder Wiegen. Es geht hin und her, auf und ab. Vielleicht gab es nie ein bewegliches Bettchen, vielleicht geschahen alle Jahre in diesem dunklen Raum ohne Berührung. Berührung ist gleich Schmerz und es ist nur natürlich, Schmerz zu vermeiden, oder? Ratten, ob im Labor oder auf der Straße, in glänzenden Anzügen oder in ungewaschenen Fetzen, die mehr Loch als Kleidungsstück sind, alles Ratten, vor dem Schmerz sind alle gleich. Ein Streifen, das ist aushaltbar. Alles andere muss abgestreift werden, Gefahr in jeder Körperpore, wie erkennt man sein Überleben?
    Das Kribbeln kommt wieder, immer wieder, eigentlich ist es nie weg, im Zentrum des Körpers, da schlägt es nicht, da sticht es. Sticht und sticht, geh weiter, bleibe ja nicht stehen, der rauschende Rachen um dich herum wird deine Sicht verschlingen und alle Töne und Punkte, nichts wird übrigbleiben und du findest dich nur in weißer Dunkelheit wieder, während alles in Wirklichkeit in Farben ertrinkt. Alles ertrinkt und du bist sicher und unberührbar. Kribbelig macht sich die Erdanziehung bemerkbar, nach unten und schräg zur Seite, der unscharfe Raum biegt und bricht sich und Finger zittern und es nimmt kein Ende, es nimmt einfach kein Ende. An der Grenze des Erträglichen gibt es nur Rückwege, die sich zu einem Labyrinth aufbäumen, dicht wie ein Dschungel, also verstummen die Schritte.
    Jeder klare Gedanke nagelscherenscharf, viel Klares gibt es nicht. Das Lebenbleiben sticht, so kräftig es kann, was anderes beherrscht es nicht, und dieses Wissen ist das Passwort für die Stille. Heimelige schwarze Wiege, grauende Himmelwelt in einem Schädel, alles hinter den Grenzen eines einzigen Schädels. Viel zu wenig Platz, zu wenig Luft, zu viel Stechen. Einen anderen Ort gibt es nicht. Vielleicht ist das das Ende vom Anfang, wie langweilig dieser Satz auch sein mag. Die Suche reicht nur einen Satz weit, an jedem Punkt steht wieder der Beton und grinst nicht einmal mehr, hebt lediglich lustlos seine schweren Schultern. Es gibt nur falsche Richtungen für den Anfang, deshalb besteht sein Wesen daraus, jämmerlich im Teufelskreis zu verenden. Wohin die nackten Sohlen sich auch wagen, es tut weh. Es gibt keinen Schutz. Es gibt keinen Schutz. Es gibt keinen Schutz. Den Satz öfter zu schreiben entkräftet ihn nicht, er fühlt sich nur bestätigt und verbirgt immer eifriger, dass er nicht der Wahrheit entspricht.
    Pieksende Aneinanderkettung von so etwas wie Aphorismen, die den Leser anschreien will. Hier ein Versuch, ihr Dasein wert- und kommentarfrei hinzunehmen, bevor sie von den Schädelratten zerfressen wird.

    (17.11.2017 22:49)

    Erste kleine Veröffentlichung!

    Liebe Leute,

    eines meiner Gedichte wird in der 15. Ausgabe der Literareon Lyrik-Bibliothek des Utz Verlags enthalten sein! Da freue ich mich sehr drüber und hatte da gar nicht mit gerechnet aber vor ein paar Tagen kam der Brief. Ich hatte schon ganz vergessen, dass ich da was eingeschickt hatte :D Das Buch kommt im November/Dezember raus.

    Ich hoffe, euch geht es allen gut!

    poröse Vorhänge
    sie schreiben Furchen, laut
    aufs Pergament der Zeit
    ein Denkmal auf uns

    weich
    mal trocken, fleckig
    zu ehrlich, dünn, verbraucht
    dokumentiertes Leid

    Spuren der Tage
    verewigt und zerfallend
    sie hängen mir
    wie Schatten im Gesicht

    ich suche Halt
    Stunden verbiegen sich
    mir aus dem Weg

    erbarmungslos,
    fast hämisch lachend
    schleicht irre Welt um mich herum

    das Metrum Zeit – Grenzen des Atmens
    und zwischen Zügen
    Bitte

    doch eines schönen Tages
    mich nicht in Scham
    vor deiner schwarzen Ruhe zu erschrecken
    lieber Tod.

    (10.07.17 19:31)

    ich bin der Schlaf in Person
    ein Zittern in Beton
    irgendwo sticht etwas

    ich will jemanden berühren
    mit einer Wimper
    einer Hautschuppe
    einem Atemzug

    du verschwimmst in mir
    grau kalt unscharf warm kalt
    ich will deine Finger spüren
    prüfen, ob es wirklich deine sind

    ich bin doch nur ein Traum
    irgendwann reichen meine Worte
    bis zu dir
    und du wachst auf

    (21.03.17 00:26)